Ziele der botanischen Kaukasus-Expedition 2004


Insgesamt beinhaltet die geplante Veranstaltung drei Teile:

Zunächst einen Vorbereitungsteil mit Seminarcharakter, der mit den natürlichen und anthropogen bedingten Voraussetzungen des Exkursionsgebietes vertraut machen soll. Die Studenten bereiten sich selbständig auf verschiedene Themen vor und stellen die Ergebnisse in Vorträgen vor. Folgende Themenkreise werden abgehandelt und anschließend in Kurzform auf dieser Internetseite auch vorgestellt:

  • Naturausstattung (Flora und Vegetation, Klima, Geologie, Böden)
  • Besiedlung und Nutzung durch den Menschen
  • Ausrüstung für hochalpine Gebiete und logistische Besonderheiten

  • abwechslungsreiche Xerothermlandschaft bei Tbilissi

    Im zweiten, dem Exkursionsteil in Georgien, finden Geländeuntersuchungen statt.
    Diese dienen der:

  • Vertiefung von Sippenkenntnissen von Samenpflanzen, Moosen und Flechten anhand von Geländemerkmalen

  • Capparis hebacea

  • Erarbeitung von Methoden zur Erschließung der floristischen Ausstattung und Vegetation in einer fremden Florenregion
  • Einschätzung der Beeinflussung der Vegetation durch den Menschen in ariden Gebietsteilen an der Südabdachung der Kaukasus-Hauptkette (Altsiedelgebiet mit Bewässerung, Versalzung der Böden, Auflassung der Nutzflächen mit Devastierung und Entstehung von Halbwüstenformationen)
  • Vergleich morphologischer Analogien in verschiedenen Pflanzengruppen zwischen mitteleuropäischen Hochgebirgen und dem Kaukasus
  • Teucrium Orientale


    Darüber hinaus sollen für weiterführende Praktika (Bestimmungsübungen, Großpraktikum), für unsere laufenden Forschungen sowie für das Herbarium Haussknecht mit seinen bedeutenden bryologischen und vorderasiatischen Beständen Belege gesammelt werden.

    Die Geländeuntersuchungen sollen stattfinden:

  • 10-12 Tage im Kazbek-Massiv (Kaukasus-Hauptkette), Aufstieg von Kazbegi oder vom Oberen Terek-Tal südwestlich Sioni
  • 5-6 Tage im Kleinen Kaukasus südwestlich Tbilissi; Untersuchungen in devastierten Weidegebieten mit Xerothermvegetation sowie wald- und schluchtenreichen Regionen der montanen bis subalpinen Stufe
  • 3-5 Tage im Kura-Tal unmittelbar nördlich (Mzcheta) und westlich (Schiomgvine) Tbilisi sowie in und um Tbilisi; Untersuchungen in devastierten Weidegebieten mit Xerothermvegetation. Besuch der Partneruniversität mit den entsprechenden Einrichtungen der botanischen Institutionen (Botanischer Garten, Herbarium, Laboratorien) und des ethnographischen Museums (Bezug Besiedlungsgeschichte - Landschaftsentwicklung).
  • xerotherme Fels- und Gebüschfluren um Mzcheta

    Im anschließenden Wintersemester findet dann als Drittes ein auf die vorangegangenen Abschnitte aufbauender Laborteil statt mit

  • der Bestimmung des gesammelten Materials,
  • der Auswertung und Vervollständigung der im Gelände begonnenen Aufzeichnungen,
  • der Erstellung von Protokollen sowie
  • gegebenenfalls der Aufbereitung einzelner Sippen für molekularbiologische Untersuchungen.